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Allein das Wetter am Morgen, Sonnenschein und tiefblauer Himmel liess einen, in jeder Hinsicht, vielversprechenden Tag erwarten. Nach Abschluss der Nachmeldefrist und Ausgabe der Startnummern und Radchips dann die
Bestätigung: Kaiserwetter und neuer Teilnehmerrekord! Über 1600 begeisterte Radsportler verwandelten ab 9 Uhr den Startbereich im Ortskern von Mörbisch in einen farbenprächtigen brodelnden Hexenkessel.

Der Start
Dann das Warten auf den Start: mit beinahe gehässiger Behäbigkeit verstreicht die Zeit, noch 20 Minuten! Zum wiederholten Male die übliche Kontrollzeremonie: Schaltung, Bremsen, Clips ok?
Trinkflasche und Powerbar griffbereit? Pulsmesser funktioniert? Kurzes Taktikgespräch mit dem Nebenmann...
Dann, pünktlich um 10 Uhr der Startschuss. Endlich kann es losgehen, noch ein letzter suchender Blick hinüber an den von Menschen dicht gesäumten Straßenrand, irgendwo dazwischen
müsste sie doch stehen, mit dem Fotoapparat!
Um 10 Uhr starteten 1600 Radfahrer auch ich (159km), bei strahlendem Sonnenschein von der Hauptstrasse in Mörbisch um die beiden Radmarathonstrecken - die etwas kürzere B Strecke
(125 km) sowie den Klassiker, die A Strecke mit 159 km - in Angriff zu nehmen. Schon nach etwa 10 Minuten war der Startbereich leer gefegt und der Radtross rollte. Trotz meines frühen Eintreffens am
Start musste ich mich zu meinem Leidwesen ca. an 500ster Stelle einordnen. Dies bescherte mir einen Start in den hoch roten Bereich
in die Rebberge der Umgebung. Nach den ersten ca.20km erreichte ich die 2.Gruppe. Logischerweise war die 27.köpfige Spitzengruppe schon lange auf und davon. Da in unserer Gruppe keine optimale Verfolgerstimmung
aufkam, und dazu ein erheblicher Wind herrschte, war an eine Einholung der Spitze nicht zu denken. Also abwarten und zusehen.
Auf der Stecke
Jetzt banges Warten auf Seiten der Veranstalter: wird es beim Überfahren der ungarischen Grenze Probleme geben? So wie im vorigen Jahr, wo ein ganzer Pulk zur Passkontrolle angehalten wurde und einige Sportler zu
Sturz kamen. Im Vorfeld wurde doch alles ausgehandelt und geklärt, oder? Dann, endlich die erlösende Meldung
per Handy aus dem Führungsfahrzeug: "Spitze hat Grenze passiert, alles ok, keine Probleme ...".
Inzwischen hatten die bekannten Namen aus der österreichischen Radsportszene auf beiden Strecken die Führung übernommen.
Nach knapp über 3 Stunden kam die 4er-Führungsgruppe der kürzeren B Strecke ins Ziel. Der Sieg wurde im Zielsprint entschieden, den Karl Schöpf vom Team Sport Nora in 3:09:23 vor dem zeitgleichen Josef
Stadlbauer vom Team Simplon Rad und seinen beiden Clubkollegen Christoph Kerschbaumer und Markus Willinger gewann. Nur wenige Minuten dahinter, mit einer Zeit von 3:16:58, beendete
Isabelle Wieser vom Team Charly Lietz vor ihrer Schwester Karin Wieser die 125 km-Strecke.
Von nun an ging es im Zielbereich Schlag auf Schlag. Während laufend Radsportler der B-Strecke ins Ziel kamen, befand sich nach 4 Stunden auch die hochkarätig besetzte Führungspitze der A-Strecke bereits
draußen bei der Ortseinfahrt Mörbisch: angeführt vom österreichischen Topfahrer Richard Nudl vom Team Merida Graz, dahinter Patrick Rottenhofer vom Team Freizeitmarke Kettler, Richard Rettegi
vom Team Sport Nora und dem Vorjahressieger Paul Lindner vom Hervis-Team. Auch der abschließenden Zielsprint änderte
nichts mehr an dieser Reihenfolge und somit hieß der Sieger des 12. Mörbischer Radmarathons auf der A-Strecke Richard Nudl
(Team Merida Graz) mit einer Zeit von 4:04.13. Ich an meiner Stelle riss ca.10km vor dem Ziel im Gegenwind aus meiner Gruppe aus und erreichte nach 4:23:43 als 29.im Gesamten und als 2.meiner Altersgruppe das Ziel.
Während nun laufend Radsportler(in) um Radsportler(in) ins Ziel kam, herrschte im Veranstaltungszelt bereits reges Treiben. Zunächst galt es das Teilnehmergeschenk, den grünen Bikerrucksack abzuholen, um sich dann
entweder im Duschzelt zu relaxen oder sich mit einem der kostenlosen Teilnehmermenüs zu stärken.
Mit besonderer Begeisterung wurde die Ankunft von Manfred Cizek mit seinem Hochrad im Zielbereich bejubelt. Bravo Manfred!
Als kurz nach 17 Uhr auch die letzte Teilnehmerin im Ziel war, neigte sich ein äusserst erfolgreicher, Veranstaltungstag seinem wohlverdientem Ende, der Siegerehrung zu. Besonders erfreulich auch, dass alle
Events an beiden Tagen - abgesehen von einigen harmlosen Hautabschürfungen und Blessuren - ohne ernsthaftere Unfälle oder Verletzungen über die Bühne gingen.
Vor vollem Haus - oder besser: Zelt - beendete die Siegerehrung mit anschließender Tombola unter Patronanz des burgenländischen Landeshautpmannes und des Gastgebers, des Mörbischer Bürgermeisters die 12.
Mörbischer Lauf- und Radsporttage 2002.
Um 21Uhr bestieg ich den Nachtzug in Wien der mich nach Basel zurückbrachte um am nächsten Tag wieder mit meinem Tram durch Basels Strassen zu jagen, was nicht ganz soviel Spass bereitet wie ein solches
Erlebnis unter soviel Gleichgesinnten!!!
Vielleicht im 2003 wieder mit ein paar Basiliskern ?
Oliver Spiess
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