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Drei Basilisker starten im Juni in die Dolomiten – Rolf Moser, Oliver Spiess und Jan Schweizer.Da wir dieses Mal keinen Busfahrer als
ständigen Begleiter haben, suchen wir fixe Ausgangsorte für unsere Passfahrten aus – es sind dies das schöne Ennenberg und Cortina d’ Ampezzo.
Würzjoch 2004m, Pineipass 1437m, und Grödner Joch 2121m Ohne Einfahren geht es in das Würzjoch...Jan sitzt nach zwei Wochen
wieder auf einem Velo und so ist es für ihn wie ein Sprung ins kalte Wasser. Das Würzjoch ist Natur pur. Nach überstandenem Schock folgt sogleich die nächste Überraschung, der Aufstieg über Kastelruth zum
Pineipass beinhaltet einen Abschnitt mit 18 Steigungsprozenten und dies bei voller Hitze. Es ist dies der einzige Moment, wo auch Rolf unfreiwillig wegen der Steilheit und Rückenschmerzen sein Tempo an Oli
angleicht. Weiter geht es dann durch die vielen Skiweltcuprennen berühmten Grödner Tal, hoch zum gleichnamigen Pass.
Valparola 2192m, Cibianapass 1530m, Staulanza 1773m, Campolongopass 1877m Perfekte Velofahrerverhältnisse. Der Valaprola liegt wunderschön und ist nicht allzu steil, wo man hinsieht nur Wälder und felsige Berge. Da ist
der Cibiana schon einiges giftiger...Am Staulanza zeigt Oli zuerst nicht seinen gewohnt lockeren Tritt. Auf den Angriff von Jan kann er jedoch spielend reagieren, also doch keine ernsthafte Krise und die so wichtige
Hackordnung ist zementiert. Unantastbar vorne fährt Rolf. Oli und Jan können nur zu ihm auffahren, wenn er mit fotografieren beschäftigt ist. Der vierte Pass ist der Leidensweg von Jan, er zollt dem Tempo und der
Distanz Tribut. Aufmunternd an seiner Seite zieht ihn Oli zum letzten Hindernis hoch. Strassen, Steigungen ohne Ende, wenn jeder Tritt schmerzhaft ist und man das Gefühl hat, nicht mehr vom Fleck zu kommen. In der
Unterkunft wird Jan professionell reanimiert – Elektroden werden an den Beinen angebracht, um die Muskeln zu schocken und oben wird reichlich Magnesium/Kalium, sowie Kohlenhydrate flüssig zugeführt. Oli und Rolf
planen daneben sitzend die morgig folgende Tagesetappe.
Furkelpass 1759m und Naturpark Fanes 1540m Wiederrum ein wunderschöner Tag. Ein schmale, aber mit neuem Belag ausgestattete
Strasse, schlängelt sich zum Furkelpass hoch. Es hat sozusagen keinen Verkehr. Am Schluss dieses Tages fahren und rasen wir teilweise in den Naturpark Fanes. Jan hat fälschlicherweise gemeint, dass in Ennenberg
die Zielankunft sei und sich darum dem Tempodiktat von Rolf angeschlossen. Nebenbei nahm er Oli’s Zurückfallen motivierend zur Kenntnis...offenbar hat er am Abend vorher nicht mehr alles mitbekommen, und so kam
es wie es kommen musste...Einbruch, Hungerast und das ganze Elend, welches dazugehört. Endlich zuhinterst im Tal angekommen, gönnen wir uns ein feines Mittagessen in einem Ristorante, das keinen Vergleich mit
Italien zu scheuen braucht. Wir sehen Mountainbiker, welche von steilen Hängen herunter gefahren kommen. Am späteren Nachmittag dislozieren wir mit dem Basiliskbus zum Leidwesen von Oli vom malerischen Ennenberg
ins touristische Cortina.
Falzaregopass 2015m, Pordoipass 2239m, Fedaia 2057m, Giaupass 2233m Wir starten nochmals zu einer Vierpässetour...gemeinsam im Schongang nehmen wir das erste Hindernis. Ärgerlich ist nur, dass die Leute in den
Restaurants und Kiosks durchstarten, wenn wir sie um Wasser fragen, um unsere Bidons nachzufüllen ohne etwas anderes zum konsumieren. Mit der Zeit machen wir dies jedoch zu unserem zweiten Sport und können
darüber Lachen. In der Anfahrt zum Pordoi schlägt Rolf ein rüdes Tempo an, dem nur noch Jan im Stande ist zu folgen...er weiss, dass das unangenehm auf ihn zurückkommen wird, aber das Euphoriegefühl drängt wie
bei jedem Süchtigen die Vernunft in den Hintergrund. Der Pordoi wird einstimmig von uns zum schönsten Pass der Dolomitentour 2004 erklärt! Den Marmoladastaussee mit Passhöhe erreichen wir ebenfalls zu dritt. Es
geht in eine endlose Abfahrt, was schön wäre, wenn man nicht wüsste, dass der Giaupass folgen wird, der es bezüglich Steigungsprozenten in sich hat. Unser Dreierfeld bricht schon in der Anfahrt auseinander und
am gefürchteten Giau ist dann jeder sehr einsam mit seinem Können.
Tre Croci Pass 1814m, Drei Zinen 2344m, S. Antonio 1489m, Kreuzberg 1636m, Cimabanche 1530m Nichts Neues vom Wetter: Alles bestens. Von Cortina geht es gleich in den Tre Croci, den wir gemütlich angehen, er ist nicht steil und ein
angenehmer Einrollpass. Dann wagen wir das Experiment „Drei Zinnen“. Eine Privatstrasse(für Velofahrer gebührenfrei) führt über sieben Steile Kilometer dort hinauf. Man muss auch mit der kleinsten
Übersetzung alles geben und achten das man auf seiner Linie bleiben kann. Oli und Jan können sich noch einmal duellieren, was grossen Spass macht...für den körperlichen Kreislauf bedeutet es ein klein wenig
Stress im einten Fall. Für Jan wird dies der letzte Kraftakt an dieser Tour sein. Sein Programm ist abgespuhlt und er fährt gemütlich nach Cortina retour, während Rolf und Oli unverwüstlich die grosse Runde zu
Ende fahren und einmal mehr über die 100 Kilometergrenze kommen.
Am letzten Tag, dem eigentlichen Abreisetag fährt Rolf ein Stück mit dem Velo Basel entgegen. Nochmals Falzaregopass bis hinunter nach
Bruneck, wo er schon am Treffpunkt wartet als Oli und Jan mit dem Bus angefahren kommen. Die haben bloss einen gemütlichen Kaffee und eine Einkaufstour in der einstigen Olympiastadt Cortina hinter sich.
Alles ist perfekt, keine Unfälle und Pannen, das Wetter, die Routenplanung von Rolf, das Regenerationsprogramm von Oli und die Stimmung
der Teilnehmer. Vielleicht in einem Jahr in den französischen Alpen von Genf nach Nizza.
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